Aggression und Beutefangverhalten
Wenn Hunde zur Gefahr werden

Wir freuen uns Frau Dr. Dorit Urd Feddersen Petersen für ein weiteres Seminar gewonnen zu haben.

21. Juli – 22. Juli 2018

1.Tag Aggression und Beutefangverhalten

2.Tag Wenn Hunde zur Gefahr werden


https://de.wikipedia.org/wiki/Dorit_Urd_Feddersen-Petersen

Das Seminar geht über 2 Tage und ist als Fortbildungsseminar bei der TÄK Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen anerkannt.

Das Seminar kostet 250,-€.
In der Gebühr sind die Getränke und an beiden Tagen ein Mittagessen inbegriffe.

Die Zielgruppen sind alle interessierten HundehalterInnen, HundetrainerInnen, DogwalkerInnen, ZüchterInnen, Tierärzte & Tierärztinnen.

Caravane und Wohnwagen können abgestellt werden.

Verträgliche und nicht läufige Hunde können nach Absprache mit in den Seminarraum.

Bei Interesse bitte die Anfrage an:
Hundezenttrum Westküste
Thorsten Paulsen
info@hundezentrum-westkueste.de
hier bekommen Sie das verbindliche Anmeldeformular.

Aggression und Beutefangverhalten

Eine einheitliche Definition für das Aggressionsverhalten liegt nicht vor.
Aggressionsverhalten ist vielursächlich, Aggressionen erfüllen Aufgaben im Dienste der Eignung. Es ist ein Regulativ des Sozialverhaltens, bildet als das Streiten, die Kompetition, den Gegenpart zur Kooperation.
Definition Aggression, gestern und heute:
1. Viele verschiedene Verhaltensweisen, die ein Individuum direkt oder indirekt, körperlich oder seelisch schädigen (Gattermann u.a. 1990). 2. Sammelbezeichnung für alle Verhaltensweisen gegenüber Artgenossen, die das eigene Verhalten störend beeinflussen (Gattermann u.a. 2006).
3. Frustrations-Aggressions-Hypothese wurde verworfen, da Frustration nur ein Faktor ist, der zur Aggression führen kann.
Aggressionsverhalten ist ein natürlicher Bestandteil des Sozialverhaltens; eine natürliche Veranlagung.
Es ist ein natürliches Programm, das nötig ist, um (soziale) Probleme anzugehen und Lösungen zu finden.
Aggressionsfähigkeit kann konstruktiv und zielgerichtet oder destruktiv und zerstörerisch (Eskalation) sein.
Das Aggressionsverhalten von Wölfen einerseits sowie Hunden (und Menschen) wird vorgestellt, implizit die Konzepte zur Aggression gestern und heute.

Beutefangverhalten

Im Unterschied zum Aggressionsverhalten dient Beutefang keinen sozialen Belangen, vielmehr liegen ihm differente Steuermechanismen zugrunde und ihm wohnt ein erhebliches Gefahrenpotenzial inne.
Ein deplatziertes Beutefangverhalten aber wird in den Hundegesetzen der Länder nicht aufgeführt.
Jagen ist lustbetont, wird durch psychotrope körpereigene Substanzen getragen.
Das Jagdverhalten von Wölfen und Haushunden wird besprochen,
Domestikation / selektive Rassezucht haben Elemente wölfischer Handlungsketten verändert, es gibt diesbezügliche Hypotrophien oder Hypertrophien in bestimmten Bereichen (Zupacken und Töten durch heftiges Schütteln).
Lernbedingte Förderung, übertriebenes Ballapportieren etwa, birgt Gefahren, hat in aller Regel fatale Folgen. Darum ist hier auch nochmal Spiel Thema.

Wenn Hunde zur Gefahr werden

Verhaltensbiologisch betrachtet, gibt es keine "Kampfhunderassen" oder „gefährlichen Rassen", da es naturwissenschaftlich unsinnig ist, einer Hunderasse a priori, somit ohne Berücksichtigung der Verzahnung von genetisch bedingten Handlungsbereitschaften und den obligatorischen Lernvorgängen eine "gesteigerte Gefährlichkeit" zuzuschreiben.
Zudem existieren sehr unterschiedliche Statistiken (relativ zur Population einer Rasse in einer bestimmten Region), u.a. als Problem der Epidemiologie zu werten.
Alle Listen bilden jeweils nur kleine Populationsteile ab – die „gefährliche Rasse" existiert nicht.
Die Gefährlichkeit von Hunden ist ein multifaktorielles Geschehen, involviert ist immer wieder der Mensch, der die frühe Entwicklung eines Hundes beeinflusst, der den Hund sozialisiert und erzieht. Hinzu kommt die genetische Selektion.
Gefährlichen Hunden liegen also höchst unterschiedliche Genesen zugrunde,
sowohl die frühe Verhaltensontogenese, die durch Phasen ausgeprägter Sensibilität allen Umwelteinflüssen gegenüber gekennzeichnet ist, in denen gerade auch der Umgang mit Sozialpartnern in Konfliktsituatio¬nen oder bei Rivalitäten "prägend" gelernt wird (werden muss!), als auch das zum Zeitpunkt eines Übergriffs bestehende soziale Umfeld des Tieres mit allen Besonderheiten seiner Einbindung in dieses .
Ohne diesen systemischen Ansatz kann kaum etwas zum Sozialverhalten von Hunden ausgesagt werden:
Hunde werden als soziale Lebewesen von ihrer sozialen Gruppe bindend im Verhalten beeinflusst – und diese soziale Gruppe ist in aller Regel die Familie.
Es sollen Fehler bzw. Versäumnisse aufgezeigt werden, die Indikatoren einer potentiellen Gefährdung aufweisen, indem Fälle aus meiner Gutachtertätigkeit exemplarisch vorgestellt und diskutiert werden.
Es sind letztendlich Mensch-Hund-Beziehungen, die über das "Restrisiko" der Haltung eines Hundes hinausgehen.

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